Was ist eine Karies?

Was ist eine Karies?

Der Begriff Karies beschreibt einerseits den Prozess, bei dem durch bakterielle Säuren Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst werden. Andererseits ist der Begriff Karies ein anderer Ausdruck für "Zahnfäule". Der Begriff Karies wird also für alle Stufen des Mineralverlustes der Zahnhartsubstanz verwendet – von einer noch nicht sichtbaren frühen Form bis hin zum Loch im Zahn, nachdem die Zahnstruktur aufgrund eines zu starken Mineralverlusts zusammengebrochen ist. Karies tritt in allen Altersgruppen auf und wird wesentlich von unserer Ernährungsweise beeinflusst - was wir essen, wie häufig wir essen; aber auch davon, wie gut wir uns nach dem Essen um unsere Zähne kümmern und ob wir eine fluoridhaltige Zahnpasta verwenden. Die Vererbung von Karies-Anfälligkeit spielt ebenfalls eine Rolle.

Die Formen der Karies:

  • Initialkaries – auch als Schmelzkaries bezeichnet, ist eine frühe, klinisch schon sichtbare Form der Karies, bei der Mineralverluste auf den Zahnschmelz begrenzt sind und noch kein Loch entstanden ist. Schmelzkaries tritt bei Kindern und Jugendlichen üblicherweise am Zahnfleischrand und an den Kauflächen sowie im Erwachsenenalter in den Zahnzwischenräume auf. An den Glattflächen der Zähne zeigt sich eine Initialkaries meist als ein kreidig weißer Fleck. Diese Formen der frühen Entmineralisierung lassen sich im Normalfall durch verbesserte und geeignete Mundhygienemaßnahmen und durch gezielte Fluoridanwendung wieder beheben, ohne dass dort ein Loch im Zahn entstehen wird.
  • Dentinkaries bedeutet, dass die kariöse Zerstörung schon durch den Zahnschmelz hindurch bis in das darunter liegende Zahnbein (Dentin) vorgedrungen ist. Im weicheren Dentin breitet sich die Karies schneller aus, sodass häufig nur ein kleines Loch an der Zahnoberfläche erkennbar ist, aber in der Tiefe des Zahnes schon ein enormer Substanzverlust eingetreten ist.
  • Wurzelkaries - mit zunehmendem Alter (etwa ab 40 Jahren) geht statistisch gesehen das Zahnfleisch zurück und legt Teile der Zahnwurzel frei. Da die Zahnwurzeln aus dem viel weicheren Dentin bestehen und nicht von Zahnschmelz bedeckt sind, erkranken freiliegende Wurzelflächen viel schneller an Karies. Ebenso breitet sich eine schon bestehende Karies an der Wurzel sehr viel schneller aus, wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
  • Sekundärkaries – Nachdem eine Kavität (ein durch Karies entstandenes Loch im Zahn) durch den Zahnarzt gefüllt und repariert wurde, kann sich, im Laufe der Zeit, an den Rändern von Füllungen und Kronen erneut eine Karies bilden, die dann als Sekundärkaries bezeichnet wird. Der Grund hierfür ist, dass sich in diesen Bereichen leichter Plaque ansammelt, die durch Zähneputzen nicht vollständig entfernt wird. Diese Plaquebakterien in den Übergängen zwischen Zahn und Füllungsmaterial können sich dann verstärkt vermehren.

Vor allem ältere Erwachsene sind einem besonderen Kariesrisiko ausgesetzt, wenn sie, aufgrund eines natürlichen Rückgangs der Speichelproduktion an Mundtrockenheit leiden. Ein trockener Mund kann auch durch Krankheit, als Nebenwirkung bei der Einnahme bestimmter Medikamente, nach einer Strahlentherapie oder Chemotherapie ausgelöst werden und kann je nach Ursache vorübergehend (Tage bis Monate) oder dauerhaft sein.

Die Entstehung einer Karies ist durchaus ernst zu nehmen. Ist erst einmal ein Loch im Zahn entstanden, muss dies spätestens dann behandelt werden. Bleibt es unbehandelt, kann das weitreichende Folgen haben. Die Karies kann den ganzen Zahn zerstören und die empfindlichen Nerven im Zahninneren abtöten, was zu einem Abszess, einer Infektion an der Wurzelspitze führen kann. Hat sich ein Abszess gebildet, kann dieser nur durch eine Wurzelbehandlung, durch einen chirurgischen Eingriff oder durch Ziehen des Zahns behandelt werden.

Woran erkenne ich, dass ich eine Karies habe?

Jeder kann seine Zähne regelmäßig selbst kontrollieren und im Spiegel erkennen, ob sich zum Beispiel kreidig weiße Veränderungen am Zahnschmelz zeigen. Diese Veränderungen deuten oftmals auf einen Mineralverlust hin. Solche Mineralverluste können durch eine geeignete Fluoridtherapie unter der Leitung des Zahnarztes meist behandelt werden, auch ohne Bohren.

Nur Ihr Zahnarzt kann Ihnen sicher sagen, ob sich eine Karies gebildet hat. Das liegt an der Tatsache, dass sich Mineralverluste des Zahnschmelzes meist unterhalb der Zahnoberfläche bilden, wo sie für Sie nicht oder nur schwer erkennbar sind. Wenn Sie zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, bilden diese Kohlenhydrate die Nahrungsgrundlage der Plaquebakterien. Bakterien wandeln die Zucker in Säuren um. Diese Säuren wirken auf die Zahnoberfläche ein, dringen in die Tiefe vor und entziehen dem Schmelz Mineralien (Kalzium und Phosphat). Im Laufe der Zeit wird der Zahnschmelz unter der Oberfläche zerstört, während die Oberfläche intakt bleibt. Wurde zu viel Zahnschmelz unterhalb der Oberfläche aufgelöst, bricht die Oberfläche in sich zusammen und es entsteht ein Loch.

Im Jugendalter entwickelt sich eine Karies bevorzugt in den Vertiefungen (Fissuren) der Kauflächen der Backenzähne. Bei einer kieferorthopäpischen Regulierung z.B. mit festsitzenden Brackets entstehen Mineralverluste meist direkt um die Klebestellen der Brackets herum. Im Erwachsenenalter entsteht die Karies an den Kontaktflächen der Zahnzwischenräume und nahe dem Zahnfleischsaum. Doch unabhängig davon, an welcher Stelle sich eine Karies entwickelt, ist eine gute häusliche Mundhygiene in Kombination mit regelmäßigen Kontrollbesuchen beim Zahnarzt, professionellen Zahnreinigungen (PZR) und professionelle Fluoridierung, die beste Möglichkeit, frühe Mineralverluste schon früh zu erkennen und zu behandeln, bevor der Schaden nur noch repariert werden kann.

Wie kann ich Karies vorbeugen?

  • Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste und reinigen Sie die Zähne außerdem täglich mit Zahnseide und / oder Zahnzwischenraumbürsten, um die Plaque zwischen den Zähnen und unterhalb des Zahnfleischsaums zu entfernen.
  • Lassen Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung (bei geringem Kariesrisiko ein- bis zweimal im Jahr) vornehmen und Kontrolluntersuchungen durchführen. Vorsorgende Pflege kann das Auftreten von Problemen verhindern und dafür sorgen, dass aus kleineren Problemen keine größeren werden.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und schränken Sie die Menge zuckerhaltiger Nahrungsmittel ein. Wenn Sie diese Nahrungsmittel zu sich nehmen, versuchen Sie, diese zusammen mit der Mahlzeit statt als Zwischenmahlzeit zu essen, um so die Zeiträume zu begrenzen, während derer Ihre Zähne Säureangriffen ausgesetzt sind.
  • Verwenden Sie fluoridhaltiges Speisesalz.
  • Verwenden Sie ausschließlich fluoridhaltige Zahnpasta und gegebenenfalls fluoridhaltige Mundspülungen.