Young female technician looking into microscope in medical laboratory

Fachartikel zu Parodontitis: Patient*innen die Angst nehmen

Lesedauer: 3 min

Autor: Dr. Burkhard Selent, CP GABA, Leiter Scientific Affairs

 

Für die zahnmedizinische Prophylaxe und Therapie spielt das Verhalten der Patient*innen eine große Rolle. Das gilt unter anderem für die Behandlung von Parodontitis: Rauchen oder mangelnde Mundhygiene sind nur zwei der zahlreichen verhaltensassoziierten Risikofaktoren, die mit dieser Erkrankung verbunden sind. Ein besonders hilfreicher Ansatz, um gewünschte Verhaltensänderungen bei Patient*innen zu realisieren, ist die Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing, MI), ursprünglich entwickelt von Suchttherapeuten [1].

Bei Karies und Parodontitis: Motivierende Gesprächsführung

Wichtigster Grundsatz des MI ist die Partnerschaftlichkeit zwischen Zahnärzt*in und Patient*in. Nur durch Gespräche auf Augenhöhe und echtes Interesse an den Beweggründen lässt sich die Motivation der Patient*innen steigern. Dabei kommen im MI zahlreiche Kommunikationstechniken zum Einsatz, zum Beispiel offene Fragen und aktives Zuhören. Ziel ist es, die Stärken des Gegenübers zu erkennen und zu würdigen, statt die Schwächen zu betonen. Im Idealfall gewinnen Patient*innen durch den sogenannten „change talk“ (zum Beispiel: „Ich kann jeden Tag zweimal meine Zähne putzen!“) auch größere Selbstwirksamkeit, das heißt die Überzeugung, es „schaffen“ zu können. Dass MI ein vielversprechender Ansatz für die Zahnmedizin ist, belegen auch mehrere Studien zu unterschiedlichen Anwendungsfeldern, etwa Karies oder Parodontitis [2, 3, 4, 5].

Für zusätzliche Motivation bei der häuslichen Mundhygiene kann auch die Empfehlung geeigneter Produkte mit speziellen Wirkstoffen sorgen. Für Patienten, die zu Parodontitis neigen, eignet sich zum Beispiel die meridol® PARODONT EXPERT Anwendung. Die Zahnpasta entfernt Zahnplaque gründlich und hat eine lang anhaltende anti-bakterielle Wirkung [6, 7]. Ihr einzigartiger Geschmack und ein spürbarer Effekt können die Betroffenen zu einer konsequenten Anwendung motivieren und so zum Erfolg bei der Behandlung von Parodontitis beitragen.

Zahnschmerzen durch Zahnfleischentzündung oder empfindliche Zahnhälse? Wege aus der Angst!

Bis zu 60 Prozent der Bevölkerung geben in Befragungen an, unter Zahnarztangst zu leiden [8]. 12 Prozent, das heißt rund 10 Millionen Menschen in Deutschland, sagen sogar, sie hätten „sehr große Angst“ – und das quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. Viele glauben allerdings, sie seien mit diesem Problem allein und verspüren daher große Scham. Eine sinnvolle Reaktion des Praxisteams darauf ist, nach Ansicht von Experten, der Situation das Besondere zu nehmen und den Patient*innen das Gefühl zu geben, ihre Angst sei etwas Alltägliches. Auch die Lenkung der Aufmerksamkeit ist eine besondere Herausforderung: Sätze wie „Haben Sie keine Angst“ oder „Es tut nicht weh“ führen bei den Adressat*innen meist genau zum Gegenteil.

Neben Angst vor Kontrollverlust oder Zahnschmerzen, beispielsweise durch Zahnfleischentzündung, richtet sich das Unbehagen der Menschen in der Zahnarztpraxis in der Mehrheit der Fälle auf einen bestimmten Faktor: die Angst vor fehlender Information. Das bedeutet für Zahnärzt*innen und Praxisteams im Umkehrschluss, die einzelnen Schritte der Behandlung möglichst sachlich, verständlich und detailliert zu erklären.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Optionen, um Patient*innen ihre Angst zu nehmen oder zumindest zu reduzieren. Neben medikamentöser Begleitung können auch alternative Ansätze wie Hypnose, Klopftechniken, autogenes Training oder Kopfhörer mit Musik eingesetzt werden. Auf die Frage, wie das zahnärztliche Team sie am besten unterstützen kann, antworten die meisten Angstpatient*innen mit der „Holzhammermethode“. Das heißt, sie wünschen sich eine gute Sedierung bzw. Narkose, um möglichst wenig von der Behandlung mitzubekommen.

Auch Patienten mit empfindlichen Zahnhälsen haben häufig Angst vor einer Behandlung ihrer Dentinüberempfindlichkeit. Die Anwendung schmerzlindernder Produkte (z.B. elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL mit PRO-ARGIN® Technologie [9]) in der häusliche Mundhygiene kann dazu beitragen, den Schmerz und somit die Angst zu reduzieren.

Quellen

[1] Miller W.R., Rollnick S. 1991: Motivational interviewing: Preparing people to change addictive behavior. 

[2] Kitzmann J., Ratka-Krueger P., Vach K., Woelber JP. 2019, J Clin Periodontol. 46 (7): 740-750.

[3] Gao X., Lo EC., Kot SC., Chan KC. 2014, J Periodontol. 85 (3): 426-37.

[4] Weinstein P. et al. 2006, J Am Dent Assoc. 137 (6): 789–793.

[5] Jönsson B. et al. 2012, J Clin Periodontol. 39 (2): 138–144.

[6] Lorenz K et al., Poster präsentiert auf der DG PARO Jahrestagung 2016, Würzburg; P27.
[7] Müller-Breitenkamp F. et al., Poster präsentiert auf der DG PARO Jahrestagung 2017, Münster; P-35.

[8] Micheelis W., Süßlin, W. 2012, Einstellungen und Bewertungen der Bevölkerung zur zahnärztlichen Versorgung in Deutschland, IDZ Information Nr. 1/2012.
[9] Nathoo S et al J Clin Dent 2009; 20 (Spec Iss): 123 –130.