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Fachartikel zu Parodontitis: Ursache für die Entstehung von Parodontalerkrankungen

Lesedauer: 5 min

Autor: Dr. Burkhard Selent, CP GABA, Leiter Scientific Affairs

Plaque verursacht wesentlich die Entstehung von parodontalen Erkrankungen. Die regelmäßige und gründliche Mundpflege und Zahnreinigung sind folglich das A und O in der Prävention von Gingivitis und Parodontitis. Nicht einmal die Hälfte der Plaque wird durch das tägliche, manuelle Zähneputzen allein entfernt [1]. Das belegen aktuelle Vergleichsstudien. Experten empfehlen deshalb neben Interdentalzahnbürsten zusätzlich chemische Plaquekontrolle, wie z.B. mit dem meridol® System. 

Trotz aller Aufklärung ist Parodontitis immer noch eine Volkskrankheit. Parodontitis betrifft mehr als die Hälfte der Erwachsenen, und mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Betroffenen [2]. An schwerer Parodontitis leiden 11 Millionen Deutsche, so die Erhebung des Instituts der Deutschen Zahnärzte [3]. Neben dem Alter gibt es weitere Risikofaktoren, die das Entstehen einer Parodontitis begünstigen. Zum Beispiel erhöht Rauchen das Risiko für Parodontalerkrankungen bis auf das Siebenfache [4]. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes [5] oder Übergewicht [6] erhöhen gleichfalls das Risiko, parodontal zu erkranken. 

Ursache für die Entstehung von Parodontalerkrankungen sind die Plaque und die darin siedelnden Bakterien. Allerdings entfernt Zähneputzen allein mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta nur etwa 42 Prozent der bakteriellen Plaque [1], ergab die Analyse von vier Reviewstudien, die im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht wurde. Eine professionelle Plaquekontrolle verbesserte die Zahnfleischentzündung und reduzierte die Plaquescores. Die Autoren der Studienanalyse empfehlen daher den Gebrauch von Interdentalzahnbürsten und zusätzlich die Verwendung von antibakteriellen Präparaten zur chemischen Plaquekontrolle.

Pathogenese der Gingivitis und Parodontitis

Gingivitis und Parodontitis sind Erkrankungen des Zahnhalteapparates. Eine Gingivitis ist am roten, geschwollenen oder empfindlichen Zahnfleisch erkennbar. Während des Zähneputzens kann es zu Blutungen kommen. Das Zahnfleisch lässt sich leicht gegenüber dem Zahn verschieben. Klinisch gesundes Zahnfleisch ist blassrosa und blutet nicht. Es liegt dem Zahn straff an. Die Gingivitis geht immer einer Parodontitiserkrankung voraus. Zahnfleischentzündungen können jedoch über Jahre persistieren, bevor sich eine Parodontitis manifestiert. Eine Gingivitis kann unabhängig vom Alter auftreten, ist aber durch entsprechende Mundhygiene mit angepassten Produkten vollständig reversibel. 

Eine Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnbettes. Sie betrifft den Zahn umgebendes und stabilisierendes Gewebe sowie die Knochen. Sie muss zahnärztlich behandelt werden. Unbehandelt kann eine Parodontitis zum Verlust des betroffenen Zahnes führen [7]. Eine Parodontitiserkrankung beginnt aber oft schleichend. Sie bleibt somit von den Patient*innen oft lange unbemerkt. Erst bei Zahnschmerzen und dem Austritt von Eiter aus den Zahnfleischtaschen suchen viele Betroffene den Zahnarzt auf. Eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle ist daher essenziell.

Eine Parodontitis wird oft von dauerhaft schlechtem Atem und einem unangenehmen Geschmack im Mund begleitet. Die Zähne wirken durch das Zurückgehen des Zahnfleisches länger. Zur zahnärztlichen Diagnose einer Parodontitis gehört das Vermessen der Zahnfleischtaschen. Kennzeichen einer moderaten Parodontitis sind ein Attachmentverlust oder Sondierungstiefen von ≥ 5 mm an mindestens zwei Zähnen [8]. Ein Attachmentverlust von ≥ 6 mm an zwei oder mehr Zähnen und eine Sondierungstiefe von ≥ 5 mm an zumindest einem Zahn weisen auf eine bereits schwere Parodontitis hin.

Risikofaktor Plaque

Als Plaque wird der Zahnbelag bezeichnet. Plaque besteht aus Nahrungsresten, Speichelbestandteilen sowie Bakterien und deren Stoffwechselprodukten. Zahnbelag bildet sich vor allem dort, wo die Mundhygiene nicht ausreichend ist. Zunächst gleicht der Zahnbelag einer weißen, unstrukturierten Masse. Diese lässt sich noch problemlos bei der häuslichen Mundpflege entfernen. Werden Zahnbeläge allerdings nicht ausreichend entfernt, so entwickelt sich ein strukturierter, zäher Belag. Dieser führt zur Entstehung von Zahnstein. Zahnstein kann nur noch durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden.

Besonders schwer zu entfernen und gleichzeitig die Entstehung von Parodontitis fördernd ist subgingivaler Zahnstein. Dieser lagert sich unterhalb des Zahnfleischrandes ab. Subgingivaler Zahnstein reizt die Weichgewebe des Zahnhalteapparates. Mikroorganismen können sich einfacher am Zahnstein anheften. Insbesondere die Stoffwechselprodukte der anaeroben, gram-negativen Bakterien im subgingivalen Zahnstein scheiden Toxine ab, die eine Entzündung des Zahnhalteapparates auslösen können.  

Bereits wenn der Zahnbelag zwei oder drei Tage nicht ausreichend entfernt wird, produzieren diese Bakterien Toxine. Die folgende Entzündung des Zahnfleisches kann durch die gründliche Entfernung der Plaque und die regelmäßige Mundhygiene geheilt werden. Wird die Gingivitis nicht behandelt, so bilden sich zwischen Zahnfleisch und Zahn- bzw. Wurzeloberfläche Zahnfleischtaschen. Diese können zwischen 4 bis 12 mm tief sein. In den Zahnfleischtaschen können die Bakterien praktisch ungestört siedeln und sich weiter vermehren.

Plaque gründlich entfernen

Damit sich keine Parodontitis entwickelt, muss eine Gingivitis behandelt werden. Besser noch, es wird einer Zahnfleischentzündung vorgebeugt. Dazu gehört, die Zähne zweimal täglich für mindestens zwei Minuten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen [1]. Da die übliche häusliche Mundhygiene mit einer Zahnbürste nicht die kritischen Zahnzwischenraumflächen erreicht, sollten zusätzlich Zahnseide, Zahnhölzchen oder Interdentalzahnbürsten verwendet werden.

Wichtig ist auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Dabei werden die harten und weichen Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit Spezialinstrumenten schonend entfernt. Verfärbungen durch Kaffee, Tee und Nikotin werden mit Hilfe eines Pulverstrahlgerätes beseitigt. Eine anschließende Feinpolitur glättet die Zahnoberflächen und erschwert so die Anlagerung von neuem Zahnstein. Zum Abschluss der professionellen Zahnreinigung werden die Zähne mit einer Intensivfluoridierung behandelt. So können sich Mineralien wieder in den Zahnschmelz einlagern und diesen härten.

Plaque-Kontrolle erfordert mehr als Zähneputzen

Nur etwa 42 Prozent der bakteriellen Plaque werden durch Zähneputzen allein entfernt. Experten empfehlen Patient*innen mit Gingivitis zusätzlich eine chemische Plaquekontrolle [1]. Zur chemischen Plaquekontrolle werden antibakteriell wirkende Substanzen wie beispielsweise Zinn-Ionen genutzt.

Die meridol® Forschung konnte Zinn-Ionen durch Kombination mit Aminfluorid stabilisieren. Die Oberflächenaktivität von Aminfluorid ermöglicht den direkten Transport der Zinn-Ionen zum Zahnfleischrand. Dort entfaltet sich die antibakterielle Wirksamkeit und die Bakterien in der Plaque werden inaktiviert. Zudem verhindern Aminfluorid und Zinn-Ionen in Kombination die Ansammlung von Bakterien auf der Zahnoberfläche und somit die Bildung neuen Zahnbelags. Als Fluorid Komponente wirkt das Aminfluorid außerdem kariespräventiv. Diese einzigartige Technologie ist ausschließlich in den Produkten von meridol® enthalten. Es gibt bis heute keine anderen Produkte, die auf dieser Wirkstoffkombination aufgebaut sind. 

In Studien erzielte meridol® Zahnpasta mit 1400 ppm Fluorid, bestehend aus Aminfluorid/Zinnfluorid, eine überlegene antibakterielle Wirkung und hemmte die Entstehung von Plaque. Im Vergleich zu natriumbicarbonathaltiger Zahnpasta mit 1400 ppm Fluorid aus Natriumfluorid entfaltet meridol® Zahnpasta eine siebenmal stärkere antibakterielle Wirkung [9]. Die Zahnpasten wurden dafür in einer doppelblinden, randomisierten Studie einmalig auf bereits vorhandener Plaque angewendet. Nach zwölf Stunden wurde die antibakterielle Wirksamkeit verglichen. 

Zusätzlich zur meridol® Zahnpasta empfiehlt sich die Verwendung von meridol® Mundspülung, um auch schwer zugängliche Stellen zu erreichen. Die Anwendung von meridol® Mundspülung zusätzlich zum Zähneputzen ergab eine starke Verminderung von Plaque [10]. Bereits nach 21 Tagen Anwendung war signifikant weniger Plaque vorhanden. Nach drei Monaten zeigten die 238 Teilnehmer dieser einfach verblindeten, randomisierten Parallelstudie um bis zu 68 Prozent weniger Plaqueablagerungen. Bei gereiztem Zahnfleisch, starker Zahnbelagbildung oder schwieriger Mundhygiene sollte einmal täglich nach dem Zähneputzen für 30 Sekunden mit 10ml meridol® Mundspülung gespült werden.

 

Quellen

[1] Chapple ILC, et al. 2015. J Clin Periodontol 42 (16), 71–76

[2] Petersen PE, Ogawa H. 2012. Periodontology 2000 (60), 15–39

[3] Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS) V, 2016 

[4] Kocher T, Schwahn C, Gesch D, et al. 2005. J Clin Periodontol 32 (1), 59–67

[5] Jansson H, Lindholm E, Lindh C, et al. 2006. J Clin Perio-dontol 33 (6), 408–414

[6] Vecchia C, Susin C, Kuchenbecker Rösing C, et al. 2005. J Periodontol 76 (10), 1721–1728

 [7] Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 2009. Heft 47. Mundgesundheit. Robert Koch-Institut, Berlin 

[8] Page RC, Eke PI. 2007. J Periodontol 78, 1387–1399

[9] Grelle F, et al. 2014. Poster präsentiert bei der DG PARO 2014 in Münster, p-001

[10] Hamad CA, et al. 2015. Poster präsentiert bei der EuroPerio 2015