Young female technician looking into microscope in medical laboratory

Video über die drei Parodontitis-Therapiestufen und die neuen EFP-Leitlinien

 

 

Dauer: 1h 36min

Referenten: Prof. Dr. Christof Dörfer, Prof. Dr. Thomas Kocher, Prof. Dr. Peter Eickholz, Christian

Im zweiten Teil des Kooperationssymposiums 2020 von DG PARO und CP GABA gab es umfassende Informationen über die drei Parodontitis-Therapiestufen sowie zur unterstützenden Parodontitis-Therapie der neuen EFP-Leitlinien. Die Experten Prof. Dr. Christof Dörfer, Kiel, Prof. Dr. Thomas Kocher, Greifswald und Prof. Dr. Peter Eickholz, Frankfurt/Main  erläuterten die einzelnen Therapiestufen. Christian Nobmann von der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung stellte in seinem Vortrag klar, warum sich die Parodontitis-Therapie lohnt.

 

Die neuen EFP-Leitlinien – drei Therapiestufen

Professor Dörfer, der die erste Therapiestufe „Präventive und gesundheitsfördernde Instrumente“ vorstellte, betonte die besondere Bedeutung der individualisierten Mundhygieneschulung und der Kontrolle von Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes im Zusammenhang mit Parodontitis. Die neuen Leitlinien legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Kontrolle von gingivalen Entzündungen in allen Parodontitis-Stadien. Empfohlen werden hier neben regelmäßigem Zähneputzen und der Interdentalraumreinigung auch chemische Adjuvantien. 

In der zweiten Therapiestufe, vorgestellt durch Professor Kocher, geht es um die Beseitigung bzw. Reduktion des Biofilms durch subgingivale Instrumentierung. Diese wird in den Leitlinien als wesentliche Therapiemethode angesehen, allerdings sollte die fallspezifische Auswahl der Technik, ob Hand- Schall- oder Ultraschall-Instrument oder das fallbezogene Vorgehen, quadrantenweise oder Full-Mouth-Scaling (FMS), den Zahn*ärztinnen vorbehalten bleiben. 

Professor Eickholz stellte die dritte Therapiestufe, die Parodontalchirurgie, vor. Wenn nach der ersten und zweiten Therapiestufe eine Resttaschentiefe von ≥ 6 mm bleibt, sollte gemäß den Leitlinien eine chirurgische Behandlung folgen. Allerdings nur, wenn die Patient*innen eine adäquate Mundhygiene aufrecht erhalten können, so die deutliche Empfehlung. Bei Resttaschen von ≥ 3mm bieten die Leitlinien unterschiedliche Behandlungsoptionen an, so Eickholz.

 

Hauptsache entzündungsfrei

Dörfer erläuterte im Anschluss, was sich bei der Unterstützenden Parodontitis-Therapie (UPT) bewährt hat. Seine Zusammenfassung: „Es geht immer um langfristige entzündungsfreie Verhältnisse“. Auch hier könnten die neuen Leitlinien Orientierung geben. Diese empfehlen die Vorlieben der Patient*innen für die Mundhygiene zu berücksichtigen. Neben unterschiedlichen Wirkstoffen in Zahnpasten und Mundspülungen, wird auch eine routinemäßige Professionelle Zahnreinigung (PZR) empfohlen. Zudem sollten die individuellen Risikofaktoren der Patient*innen kontrolliert werden. 

 

Parodontitis-Therapie lohnt sich

Rechtsanwalt Nobmann stellte in seinem Vortrag klar, warum sich die Parodontitis-Therapie lohne. Die neuen Leitlinien und das Symposium verdeutlichten aus Sicht des KZBV-Experten einmal mehr wie wichtig das zahnärztliche Gespräch zur Mundhygiene und die UPT für den Erfolg der Parodontal-Therapie seien. Über eine adäquate Vergütung dieser Leistungen wird aktuell im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) verhandelt. Mit einer Entscheidung zu Änderungen des Bewertungsmaßstabs zahnärztlicher Leistungen (BEMA) hierzu wird im Dezember 2020 gerechnet, der Eingang in die Praxis kann dann Mitte 2021 erfolgen.