A dental professional wearing safety PPE gear and white lab coat smiling compassionately

Gingivitis & Parodontitis

 

 

Parodontale Gesundheit bezeichnet den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates, das Gewebe, dass die Zähne umgibt und hält. Dazu gehören das Zahnfleisch, das Bindegewebe und der Alveolarknochen. Nach der neuen EFP/AAP-Klassifikation ist parodontale Gesundheit als Abwesenheit einer Erkrankung (Entzündung) gemäß einer klinischen Beurteilung definiert und berücksichtigt die biologischen und entzündungsrelevanten Marker, die mit einem ausgeglichenen Zustand (Homöostase) kompatibel sind. 

Parodontale Erkrankungen sind Erkrankungen, die den Zahnhalteapparat auf unterschiedliche Weise betreffen. “Gingivitis” und “Parodontitis” sind ihre häufigsten Formen.

 

  • Entstehung, Ursachen und Symptome

    Die neue EFP/AAP-Klassifikation erkennt zwei große Kategorien von Zahnfleischerkrankungen an: nicht Biofilm-induzierte Zahnfleischerkrankungen und solche die durch dentale Plaque hervorgerufen werden. Zu den Zahnfleischerkrankungen, die nicht Biofilm induziert sind, gehören eine Reihe von Erkrankungen, die nicht durch Plaque hervorgerufen werden und durch die Entfernung von Plaque nicht zurückgehen. Derartige Läsionen können Manifestationen einer systemischen Erkrankung oder in der Mundhöhle lokalisiert sein. Gingivitis, die durch dentale Plaque hervorgerufen wird, hat eine Vielzahl klinischer Anzeichen und Symptome und kann durch angemessene Plaque-Kontrolle vollständig behoben werden. Sowohl lokale prädisponierende Faktoren als auch systemische modifizierende Faktoren können ihr Ausmaß, ihren Schweregrad und ihr Fortschreiten beeinflussen.

    Wenn eine Gingivitis nicht behandelt und durch andere Faktoren (genetisch, umweltbedingt, lokal) verschlimmert wird, entwickelt sich die bakterielle Entzündung zu einer Parodontitis weiter. Parodontitis zeichnet sich durch einen zerstörerischen, irreversiblen Prozess aus, der alle Komponenten des Zahnhalteapparates (den Alveolarknochen, den Wurzelzement um den Zahn und das Bindegewebe) betrifft.

    Es wird angenommen, dass die Hälfte aller Erwachsenen ab 30 Jahren ein gewisses Maß einer parodontalen Erkrankung haben. Die tatsächliche Prävalenz könnte aber noch höher sein. Die folgenden Faktoren können das Risiko einer Zahnfleischerkrankung ebenfalls erhöhen:

    • Rauchen
    • Alter
    • Diabete
    • Stress
    • Geschwächtes Immunsystem
    • Schwangerschaft
    • Medikamente, die Mundtrockenheit verursachen
    • Vererbung
  • Auswirkungen auf die Lebensqualität des Patienten

    Parodontale Erkrankungen haben sowohl lokale als auch allgemeine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Viele lokale Symptome, wie Blutungen, Mundgeruch, Zahnfleischrückgang, Zahnbeweglichkeit, Schmerzen und schließlich Zahnverlust, können die Lebensqualität von Patienten erheblich beeinträchtigen sowie Unbehagen und Ängste verursachen.

    Zahnfleischbluten tritt in allen Stadien auf. Darüber hinaus leiden Patienten aufgrund einer Zahnfleischentzündung wahrscheinlich auch unter Wundgefühl und Empfindlichkeit. Dies kann den Genuss bestimmter Speisen beeinträchtigen und eine angemessene Mundhygiene erschweren.

    Mit dem Fortschreiten einer parodontalen Erkrankung bildet sich das Zahnfleisch zurück und legt das Dentin an der Wurzel frei. Infolgedessen können neben Parodontitis auch Dentinhypersensibilität und Wurzelkaries auftreten, was die Lebensqualität weiter beeinträchtigt und eine potenziell invasivere Behandlung erforderlich macht.

    Bei einer Parodontitis bilden sich Taschen zwischen Zähnen und Zahnfleisch, die sich nur schwer reinigen lassen. Speisen und Bakterien können sich dort leicht festsetzen, was zu weiterer Plaquebildung und Mundgeruch führt. Dies kann für Patienten peinlich und beängstigend sein.

    Eine fortgeschrittene parodontale Erkrankung kann zu Zahnverlust führen, was Patienten erschrecken und verängstigen kann. Ist der Zahn sichtbar, kann sein Fehlen das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl von Patienten negativ beeinflussen.

    Aus einer systemischen Gesundheitsperspektive kann die anhaltende Entzündung des parodontalen Gewebes das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und rheumatoide Arthritis erhöhen und sich negativ auf eine Diabeteskontrolle und den Schwangerschaftsausgang auswirken.

    617617109
  • Vorbeugung, Erhaltung & Behandlung

    Die beste Möglichkeit zur Vermeidung parodontaler Erkrankung ist eine gute Mundhygiene zur effektiven Kontrolle des oralen Biofilms. Bei sehr anfälligen Patienten können sich jedoch trotz der Bemühungen um richtige Mundhygiene parodontale Erkrankungen entwickeln. Eine richtige und täglich durchgeführte Hygieneroutine sollte mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen einhergehen, um eine frühzeitige Diagnose und angemessene Weiterbehandlung im Falle einer Erkrankung zu ermöglichen.

    Für die Behandlung von Gingivitis ist je nach Fall eine Entfernung von angesammelter dentaler Plaque und Zahnstein erforderlich. Dies wird als professionelle Zahnreinigung (auch supragingivales Scaling) bezeichnet und wird von zahnmedizinischen Fachkräften durchgeführt. Darüber hinaus müssen Patienten ihre tägliche Mundhygiene verbessern und beim Umgang mit Risikofaktoren unterstützt werden. Patienten können außerdem antibakterielle Zahnpasten und Mundspülungen mit verschiedenen aktiven Inhaltsstoffen wie Zinnionen, Zinkionen oder Chlorhexidin verwenden, um die Wirkung der mechanischen Entfernung von Plaque durch tägliches Zähneputzen zu ergänzen.

    Die Behandlung von Parodontitis umfasst mehrere Phasen. Bei der Erstbehandlung werden mittels Scaling und Debridement der Wurzeloberflächen Bakterien aus den Parodontaltaschen entfernt (auch bekannt als konventionelle Parodontaltherapie oder nicht-chirurgische Parodontaltherapie, Tiefenreinigung). Diese Phase hat das Ziel, Plaque, Zahnstein und beschädigtes Gewebe aus den Parodontaltaschen und von den Wurzeloberflächen zu entfernen.

    In fortgeschrittenen Stadien einer Parodontalerkrankung kann ein chirurgischer Zugang zu den tiefen Parodontaltaschen mittels Parodontalchirurgie (sog. chirurgische Parodontaltherapie) erforderlich sein. In manchen Fällen kann die Parodontalchirurgie auch die lokale Anwendung von Verfahren zur parodontalen Regeneration umfassen.

    Durch diese Behandlungen kann die parodontale Erkrankung unter Kontrolle gebracht werden und die Patienten treten in die Erhaltungsphase (oder unterstützende Phase) ein. Diese Phase ist für die langzeitige Kontrolle der Parodontitis entscheidend. Sie beinhaltet auch die tägliche individuelle Mundhygiene mit antimikrobiellen Produkten sowie regelmäßige Nachkontrollen durch zahnärztliches Fachpersonal.

     

Produkte

Informationsmaterial

Fortbildungen